Selbstführung?

Was bedeutet Selbstführung wirklich?


Selbstführung hat nichts mit Disziplin, Optimierung oder innerem Druck zu tun.

Sie ist keine Technik, mit der man Gefühle „in den Griff bekommt“.


Selbstführung beginnt dort, wo ich bemerke:

Da ist mehr als eine Stimme in mir.


Da ist die Antreiberin.

Der Kritiker.

Die Vorsichtige.

Vielleicht auch ein verletzter, sehr alter Teil.


Und dann – manchmal leise, manchmal erstaunlich klar –

gibt es noch etwas anderes.


In der Arbeit mit dem Modell von Richard C. Schwartz sprechen wir vom „Selbst“.

Nicht als Ego. Nicht als Rolle.

Sondern als eine innere Qualität.


Ruhig.

Neugierig.

Mitfühlend.

Klar.


Selbstführung bedeutet nicht, dass diese Qualität immer da ist.

Aber sie ist zugänglich.


Wenn ich innehalte.

Wenn ich nicht sofort reagiere.

Wenn ich innerlich einen Schritt zurücktrete und frage:


Wer in mir spricht gerade?

Und wer hört zu?


Selbstführung heißt nicht, Teile wegzudrücken.

Sondern ihnen zuzuhören, ohne dass sie das Steuer übernehmen müssen.


Es ist weniger Kontrolle.

Und mehr Beziehung.


Und vielleicht beginnt sie genau hier:

Mit einem Atemzug.